RatgeberSchulter
Muss ein Riss der Supraspinatussehne operiert werden?
Nicht jeder. Bei älteren, verschleißbedingten Rissen wird häufig konservativ behandelt, bei frischen Rissen nach einem Unfall wird die Frage anders gestellt.
Schulter: Supraspinatussehnenruptur
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln, die den Oberarmkopf in der Pfanne zentrieren. Der Supraspinatus ist der, der am häufigsten reißt, weil seine Sehne unter dem Schulterdach hindurchläuft und dort dem meisten Druck ausgesetzt ist.
Zwei Arten von Rissen sind zu unterscheiden. Der verschleißbedingte Riss entsteht über Jahre, oft ohne einzelnes Ereignis, und findet sich mit zunehmendem Alter auch bei Menschen ohne Beschwerden. Der traumatische Riss entsteht bei einem Sturz oder einem Ruck und geht meist mit einem plötzlichen Kraftverlust einher.
Nachgewiesen wird der Riss im Ultraschall und, wenn es genauer sein muss, im MRT. Das MRT zeigt zusätzlich, wie es dem Muskel geht, der zur Sehne gehört. Das ist für die Frage nach einer Operation entscheidend.
Bei verschleißbedingten Rissen ist die konservative Behandlung häufig der erste Weg: gezielte Kräftigung der übrigen Muskeln, die einen Teil der Aufgabe übernehmen können, dazu Behandlung der Entzündung. Viele Menschen kommen damit gut zurecht.
Bei einem frischen Riss nach einem Unfall, besonders bei jüngeren Menschen, spricht mehr für eine zeitnahe operative Versorgung. Dann verweisen wir weiter.
Wann Sie nicht warten sollten
- Der Arm lässt sich nach einem Sturz nicht mehr aktiv heben
- Plötzlicher Kraftverlust in der Schulter