RatgeberWirbelsäule
Was hilft sofort bei einem Hexenschuss?
Bewegung, so viel wie möglich ist, und Wärme. Bettruhe verlängert die Beschwerden, statt sie zu verkürzen.
Rücken: Hexenschuss – Soforthilfe
Der Hexenschuss ist ein plötzlicher, heftiger Schmerz im unteren Rücken, meist bei einer Drehbewegung oder beim Aufrichten. Die Muskulatur verkrampft sich, und die Schonhaltung, die daraus folgt, hält den Krampf aufrecht.
Das Wichtigste vorweg: So bedrohlich sich das anfühlt, gefährlich ist es in aller Regel nicht. Ein Hexenschuss ist eine Funktionsstörung, keine Verletzung. Die Beschwerden lassen bei den meisten Menschen innerhalb weniger Tage deutlich nach.
Was in dieser Phase hilft: Wärme, weil sie die Muskulatur lockert. Bewegung im Rahmen dessen, was geht, weil Ruhigstellung den Krampf verlängert. Für ein bis zwei Tage ein entzündungshemmendes Schmerzmittel, damit Bewegung überhaupt möglich ist. Die Stufenlagerung mit angewinkelten Beinen entlastet kurzfristig, sie ist aber eine Pause und keine Behandlung.
Was nicht hilft: Tagelange Bettruhe. Sie gilt heute als überholt, weil sie Muskulatur abbaut und den Verlauf verlängert.
Wenn eine Blockierung dahintersteckt, lässt sie sich chirotherapeutisch lösen. Voraussetzung ist die Untersuchung: Behandelt wird nur, wenn feststeht, welches Gelenk blockiert ist und in welche Richtung.
Kehrt derselbe Hexenschuss regelmäßig wieder, ist wiederholtes Einrenken nicht die Lösung. Dann liegt die Ursache in Belastung und Muskulatur, und dort muss angesetzt werden.
Wann Sie nicht warten sollten
- Schmerz, der ins Bein zieht, zusammen mit Taubheit oder Schwäche
- Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
- Fieber zusammen mit dem Rückenschmerz
- Rückenschmerz nach einem Sturz