RatgeberWirbelsäule
Wann kommt Botox bei Kopfschmerzen infrage?
Bei chronischer Migräne, also bei etwa fünfzehn oder mehr Kopfschmerztagen im Monat. Bei gelegentlicher Migräne ist es nicht das Mittel der Wahl.
Botox bei chronischer Migräne
Botulinumtoxin blockiert die Übertragung von Nervensignalen an den Muskel und entspannt ihn dadurch vorübergehend. Bei chronischen Kopfschmerzen geht man zusätzlich davon aus, dass die Freisetzung von Schmerzbotenstoffen gehemmt und damit die Weiterleitung unterbrochen wird.
Untersucht ist das Verfahren für die chronische Migräne. Diese Abgrenzung ist keine Formalie: Bei episodischer Migräne mit wenigen Kopfschmerztagen im Monat gibt es andere Wege, und Botox gehört dort nicht zu den ersten.
Deshalb steht am Anfang keine Spritze, sondern ein Kopfschmerzkalender über mehrere Wochen. Erst daraus ergibt sich, ob die Voraussetzung überhaupt vorliegt.
Bei der Behandlung werden mit einer feinen Nadel kleine Mengen in festgelegte Muskelgruppen an Kopf, Gesicht, Nacken und Schultern gespritzt. Das dauert fünfzehn bis dreißig Minuten und findet ambulant statt.
Die Wirkung setzt nach zwei bis zehn Tagen ein und hält drei bis vier Monate. Für einen anhaltenden Effekt sind Wiederholungen nötig. Wenn nach zwei Behandlungszyklen keine Besserung eintritt, wird nicht fortgesetzt.
Nicht behandelt wird bei chronischen Muskelerkrankungen, bei Entzündungen im Injektionsgebiet, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit.
Wann Sie nicht warten sollten
- Ein Kopfschmerz, der sich plötzlich und anders anfühlt als gewohnt
- Kopfschmerz mit Fieber, Nackensteife oder Sehstörungen
- Kopfschmerz nach einem Sturz auf den Kopf